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Ärztehaus Morbach: Starker Standort für Versorgung, Nachwuchs und neue Perspektiven

Morbach. Das Ärztehaus Morbach entwickelt sich immer mehr zu einem Schlüsselstandort für die medizinische Versorgung im Hunsrück und im Landkreis Bernkastel-Wittlich. Was vor einigen Jahren mit dem Ziel begann, ärztliche Angebote an einem Ort zu bündeln und die Versorgung im ländlichen Raum langfristig zu sichern, ist heute weit mehr als ein klassisches Ärztehaus: Es ist […]

Morbach. Das Ärztehaus Morbach entwickelt sich immer mehr zu einem Schlüsselstandort für die medizinische Versorgung im Hunsrück und im Landkreis Bernkastel-Wittlich. Was vor einigen Jahren mit dem Ziel begann, ärztliche Angebote an einem Ort zu bündeln und die Versorgung im ländlichen Raum langfristig zu sichern, ist heute weit mehr als ein klassisches Ärztehaus: Es ist ein wichtiger Anker für bestehende Praxen, ein Signal an junge Mediziner und zugleich ein konkreter Ort, an dem neue Ärzte in der Region ankommen und Fuß fassen können. Bereits 2020 wurde in den Kreisnachrichten hervorgehoben, dass das Ärztehaus in Morbach gute Voraussetzungen schaffen soll, um Anstellungsverhältnisse, flexible Arbeitszeiten und Weiterbildungsmöglichkeiten anzubieten und damit gerade auch für Nachwuchsmediziner attraktiv zu sein. Seit Januar 2026 ist das MVZ Morbach unter der Trägerschaft der ctt offiziell in Betrieb und hat die Praxis Musial abgelöst. Hugo Bader hat seine Praxis erfolgreich an seinen Nachfolger Kai Eberhard übergeben können, nicht zuletzt dank hervorragender räumlicher Gegebenheiten und der großzügigen Unterstützung der EG Morbach.

Auch in der aktuellen Entwicklung zeigt sich, welche Bedeutung der Standort inzwischen hat. So soll das medizinische Angebot im Ärztehaus um einen Frauenarzt erweitert werden. Mit Feras Mouad ein Gynäkologe bereit, der seine Tätigkeit in Morbach aufnehmen möchte. Die Einheitsgemeinde Morbach unterstützt diese Ansiedlung aktiv, indem sie Praxisräume und Einrichtung bereitstellt und mit Starthilfe dazu beiträgt, die Niederlassung vor Ort zu ermöglichen. Hintergrund ist eine spürbare Versorgungslücke in der gynäkologischen Versorgung der Region, die nach dem Wegfall bisheriger Angebote entstanden ist.

Darüber hinaus sollen zwei neue Ärzte aus Drittstaaten für den Landkreis gewonnen werden. Sie werden zunächst im Verbundkrankenhaus Wittlich hospitieren, um die Abläufe des deutschen Gesundheitswesens kennenzulernen und sich fachlich wie organisatorisch einzuarbeiten. Perspektivisch ist vorgesehen, dass sie nach Erteilung der Berufserlaubnis auch im Ärztehaus Morbach mitarbeiten. Die Unterbringung erfolgt in der Wohnung des Ärztehauses; auch hier leistet die Einheitsgemeinde Morbach Unterstützung. Dass Ärztinnen und Ärzte aus Drittstaaten mit einer entsprechenden Berufserlaubnis inzwischen auch in Praxen tätig werden können, eröffnet gerade für ländliche Regionen zusätzliche Möglichkeiten, medizinische Versorgung zu sichern und neue Fachkräfte früh an einen Standort zu binden. Die Initiative der vier Landkreise Bernkastel-Wittlich, Bitburg-Prüm, Cochem-Zell und dem Vulkaneifelkreis „GESUNDHEIT MITeinander ZUKUNFT“ arbeitet derzeit an einem Konzept Namens „Dr. Welcome“, das genau solche Ansiedlungen aktiv unterstützen und begleiten soll. Die Umsetzung soll ab 2027 erfolgen. Morbach ist damit seiner Zeit voraus und setzt erste Ideen bereits heute in die Tat um.

Und gerade darin liegt die besondere Stärke des Ärztehauses Morbach: Es ist nicht nur ein Ort der Versorgung, sondern auch ein Ort des Ankommens, Einarbeitens und Bleibens. Neue Ärztinnen und Ärzte können hier gewissermaßen „einschiffen“ – also in einem unterstützenden, strukturierten und bereits funktionierenden Umfeld in die ambulante Versorgung hineinwachsen. Für ländliche Räume ist das von unschätzbarem Wert. Denn gute medizinische Versorgung entsteht nicht allein durch Gebäude, sondern durch verlässliche Rahmenbedingungen, Kooperationen und Menschen, die bereit sind, neue Wege zu gehen. Das in Morbach entwickelte Modell – mit kommunalem Engagement, einem starken Träger und konkreter Unterstützung bei Einstieg und Integration – sendet deshalb weit über die Gemeindegrenzen hinaus ein wichtiges Signal.

Ärztehaus Morbach; v.l.n.r.: Ehepaar Houieda und Naser Jamal, Arianit Besiri (Bürgermeister Morbach), Feras Mouad und Hugo Bader

Zur Entstehung dieses Weges hat auch die Interkommunale Zusammenarbeit „GESUNDHEIT MITeinander ZUKUNFT“ maßgeblich beigetragen. Frau Menges als eine Gesundheitsmoderatorin der Initiative hat den Entwicklungsprozess von den ersten Gesprächen an moderiert und begleitet; die dafür erforderliche Beratung wurde durch den Landkreis Bernkastel-Wittlich finanziert. Die Initiative der vier Eifel-Mosel-Hunsrück-Landkreise verfolgt das Ziel, die Gesundheitsversorgung in ländlichen Räumen gemeinsam zu sichern, Ärztinnen und Ärzte beim Berufseinstieg zu begleiten und auch internationale Mediziner beim Neustart in der Region zu unterstützen. Das Ärztehaus Morbach ist damit ein gutes Beispiel dafür, wie kommunales Engagement, interkommunale Zusammenarbeit und regionale Vernetzung ganz konkret dazu beitragen können, die medizinische Versorgung vor Ort zukunftsfähig aufzustellen. Hier haben alle Ebenen konstruktiv zusammengewirkt: die beteiligten Ärzte, die sehr engagierte Einheitsgemeinde Morbach, die Kreisverwaltung Bernkastel-Wittlich, die die Bedeutung des Themas für die Daseinsvorsorge früh erkannt und dafür seit 2022 eine eigene Stelle geschaffen hat, sowie die kreisübergreifende Initiative „GESUNDHEIT MITeinander ZUKUNFT“.

Unterm Strich ist das Ärztehaus Morbach damit weit mehr als ein Gebäude. Es ist ein zentraler Baustein für die Sicherung der medizinischen Versorgung, ein Einstiegspunkt für neue Ärztinnen und Ärzte und ein Modell dafür, wie ländliche Regionen aktiv und vorausschauend auf den Ärztemangel reagieren können. Gerade in Zeiten wachsender Herausforderungen zeigt Morbach, dass Versorgungssicherheit dort entsteht, wo Verantwortliche frühzeitig handeln, Strukturen schaffen und neue Fachkräfte aktiv willkommen heißen.

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